MLK Day – Kings Legacy

Dream Speech
Quelle: syracuse.com

Der Martin Luther King Day ist ein US-amerikanischer Gedenk-/Feiertag, der seit 1986 immer auf den dritten Montag im Januar fällt. Dieses Datum wurde gewählt, um den Amerikanern einen Feiertag möglichst nahe an Kings Geburtstag (15.01.1929) zu gewährleisten. Auch heute noch ist King eine Persönlichkeit, die nahezu jeder kennt. Es bedarf lediglich vier Worte, um eine Assoziation zwischen ihm und seinem damit einhergehenden Lebenswerk herzustellen: „I have a dream“. Dieser Traum ist auch im Jahr 2021 in vielen Köpfen, denn die vergangenen vier Jahre unter Präsident Donald Trump haben Amerika zurück in ein tief gespaltenes Land befördert. Seine Rede aus dem Jahr 1963 ist für viele immer noch ein Traum, der sich so noch nicht in die reale Welt übertrug und manche in einem Alptraum erwachen lässt. Die Vision von Frieden und Gleichberechtigung lassen sich auch heute noch schwer verwirklichen. Die Aktualität ist nach wie vor gleich, wie dringend und es bedarf neuer Führungspersönlichkeiten, die sich ähnlich kraftvoller Worte und Bilder bedienen, Persönlichkeiten, die wissen alle Veränderung beginnt mit einem Traum.

Hier kommt einmal mehr die National Basketball Association ins Spiel. Speziell die Arbeitnehmer der Liga. Die Spieler, die im Sommer 2020 der Liga ihren politischen Stempel aufdrückten und aufstanden. Aufstanden für Gleichberechtigung und für Veränderungen. Spieler, die diese Worte meist als Metapher verpacken können, denn die meisten hatten in jungen Jahren einen ähnlichen Traum. Ein Traum von veränderten Zuständen. Oftmals aus ärmlichen Verhältnissen stammend, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Spieler, die diese Veränderung für sich und ihre Familie bereits erreicht haben und es nun im gesellschaftlichen Kontext versuchen. Der Sportplatz, dass wird hier nicht zum ersten Mal betont, ist zeit seiner Existenz auch eine politische Bühne und im Jahr 2021 scheint sich ein Kreis zu schließen. Was viele Bürgerrechtler der 1960er Jahre für die heutige Generation sind, war Jackie Robinson einst für die Bürgerrechtler. Robinson durchbrach die Rassen-Barriere der MLB und war als erster Schwarzer im Sport des Weißen Mannes ein Vorbild für unter anderem Martin Luther King und Malcolm X. Er spielte in einer Zeit, in der die Rassendiskriminierung wütete und hatte die Courage gerade zu stehen und sich sämtlicher Anfeindungen zu erwehren. Robinson wurde von den Größen der Bürgerrechtsbewegung bejubelt und war eine Art Dosenöffner für diese und ihre eigenen Bewegungen. Ähnlich wie es heute Martin Luther King für die NBA und ihre Sportler ist.

Der Sturm auf das Kapitol vor knapp zwei Wochen war der letzte Akt eines Präsidenten, der ebenjenes Gebäude bei friedlichen Protesten der BLM-Bewegung im Sommer 2020 übermäßig schützen ließ und es nun mit einer Horde primitiver stürmte. Dieser Sturm löste eine Welle der Empörung aus und führte dazu, dass am heutigen Martin-Luther-King-Day die Nationalgarde am Boden des Kapitols schläft, um jenes Gebäude vor einem zweiten Sturm zu sichern. Bereits in den 60er Jahren zeigte sich King progressiv, sprach sich gegen Gewalt, Armut und Rassismus aus. Das Ganze bestätigt auch der Rummel um seine Person, die heute anerkannter ist als zu Lebzeiten. Das Jahr 2021 und speziell dieser Feiertag ist dazu gedacht, in den Erinnerungen zu schwelgen und sich der eigenen Größe, aber nicht minder der eigenen Fehler, bewusst zu werden. Die Komplexität der amerikanischen Geschichte zu verstehen und die Parallelen zwischen 2021 und 1968 zu erkennen. Heute wie damals durchlebt die USA eine Zeit der politischen Uneinigkeit, ein Balanceakt zwischen dem zueinander finden und einem Status Quo, der eine soziale wie ethnische Ungerechtigkeit mit sich bringt. 1968 wählte Amerika Nixons „law and order“ und verstieß den kingschen Traum einer multikulturellen Demokratie. Man wählte ein System der Bestrafung und lehnte Investitionen in (Bildungs-) Reformen ab, die die Chance auf ein gerechteres Amerika ermöglicht hätten. Diesen Fehler sollte Amerika kein zweites Mal begehen. Zwar betonen Joe Biden und Kamala Harris, dass dieser Aspekt weit oben auf der Agenda stehe, doch das politische Erbe der trumpschen Regentschaft ist einem Scherbenhaufen gleichzusetzen, dessen Reperatur es einiger Zeit bedarf, weswegen Sportligen wie die NBA sich ihrer Rolle abermals bewusst werden müssen. Die Spieler, aber auch die Teams müssen sich bewusst werden, dass ihr gesellschaftlicher Status weit über die Arenen hinausgeht. Man muss weiter die eklatanten Schwächen der sozialen Ungleichheit adressieren und im Rahmen des Möglichen einen Weg finden, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Es liegt an Spielern wie LeBron James, den selbsternannten King das Erbe von Martin Luther Kins anzutreten und abermals für einen Turning Point zu sorgen. Es wäre der Liga, den Spielern und speziell dem vielzitierten Martin Luther King zu wünschen, dass sein Traum eines Tages wirklich Wahrheit wird.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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