Die New York Knicks 2012/2013

Final Grades for Every NY Knicks Starter in 2012-13 | Bleacher Report |  Latest News, Videos and Highlights
Quelle: https://bleacherreport.com/articles/1658271-final-grades-for-every-ny-knicks-starter-in-2012-13

Der allererste Artikel für Olajuwons Erben

Am 22. Februar 2011 war die New Yorker Welt noch in Ordnung. Die Knicks tradeten für ihren erklärten Wunschspieler Carmelo Anthony (zu diesem Zeitpunkt ein Top-10 NBA Spieler). In einem spektakulärem drei-Team-Trade kam Melo zusammen mit Chauncey Billups von den Denver Nuggets zu den Knicks. Denver erhielt neben einem 2014-1st-Round-Pick unter anderem Wilson Chandler, Danilo Gallinari und Timofey Mozgov. Minnesota wurde als drittes Team involviert, aber hatte kaum Aktien in diesem Trade, da Melos Wunsch es war für die Knicks auflaufen zu dürfen.

Das Jahr schloss man auf dem 6. Platz im Osten ab und flog in der ersten Runde relativ sang und klanglos aus den Playoffs (Sweep von den Boston Celtics).

Im Sommer 2011 entschied man sich im Draft für Iman Shumpert und in der Free Agency konnte man Tyson Chandler von den Dallas Mavericks loseisen. Doch die Saison wurde überschattet vom 161-Tage andauernden Lockout der den Spielplan drastisch kürzte. Zwischendurch entzückte ein junger Point Guard den MSG, denn ein gewisser Jeremy Lin wurde die positive Überraschung einer neun Spiele andauernden Siegesserie. Nach 66 Spielen war die Saison zu Ende und die Knicks landeten nur auf Rang 7 in der Eastern Conference. In der ersten Runde traf man auf die Miami Heat um LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh. Die Knicks konnten zwar erstmals seit 2000 wieder ein Playoffspiel gewinnen, letztlich war aber nach nur fünf Spielen Schluss.

Im Sommer 2012 traf man im Front Office schließlich die Entscheidung, dass man All-In gehen sollte und es wurden unter anderem Jason Kidd, Rasheed Wallace und Pablo Prigioni via Free Agency, sowie Raymond Felton per Trade von den Trail Blazers geholt. Es war also alles angerichtet, man hatte einen extrem starken Kern mit Anthony und Chandler, sowie Veterans und einen gewissen X-Factor in Person von J.R. Smith (ja dem J.R. Smith!). So starteten zumeist: Kidd, Felton, Anthony und Chandler und je nachdem Shumpert oder Ronnie Brewer. Mit 6-0 war der Start ins Jahr definitiv geglückt und zum Jahreswechsel stand man bei einer Bilanz von 21-9. Tyson Chandler ankerte die Defense, die ohne ihn vermutlich miserabel gewesen wäre, da es mit Felton und Anthony gleich zwei extrem defensiv schwache Spieler gab. Offensiv jedoch blühte Anthony auf und legte 28,7PPG bei guten Quoten (47,6% FG 37,9% 3P) auf. Felton und Kidd strukturierten die Offense der Knicks und J.R. Smith war als wankelmütige Mikrowelle von der Bank extrem wertvoll. Völlig zu Recht erhielt er dafür auch den Sixth-Man of the Year Award. Melo wurde ins All-NBA-Second Team berufen und Chandler stand im Defensive-First Team. Die Knicks hatten also durch die Bank hinweg eine extrem starke und hungrige Mannschaft. Trotz einer kleineren Schwächephase im Januar und Februar (13-11 Record), beendeten die Knicks die Saison mit einer Bilanz von 54-28 auf dem starken zweitem Platz der Eastern Conference. Offensiv wurde man von Melo zum drittbesten Offensivrating getragen (trotz einer extrem langsamen Pace), zudem hatte man eine Top-10 Defense.

In der ersten Playoffrunde traf man auf die Celtics wie zwei Jahre zuvor, jedoch dieses Mal mit dem Unterschied, dass die Celtics sich auf dem absteigendem Ast befanden und in Kevin Garnett und Paul Pierce zwei Altstars weit weg von ihrer jeweiligen Prime hatten. Anthony legte über die ersten drei Spiele 32 PPG auf und Chandler hielt die Celtics Offense jeweils unter 80 Punkten, so führten die Knicks schnell mit 3-0. Obwohl Anthony in Spiel 4 erneut 36 Punkte droppte konnte Boston das Spiel gewinnen. Aus Knicks Sicht kein Problem, man hatte ja in Spiel 5 wieder Heimvorteil. Doch auch dieses Spiel wurde verloren und in New York kamen wieder Zweifel hoch. Ist Melo vielleicht doch nicht der erhoffte Leader? Ist das Team zu alt? All diese Zweifel waren jedoch zwei Tage später wieder ad acta, da die Knicks im altehrwürdigen Boston Garden den Sieg holen konnten und nun erstmals seit mehr als 10 Jahren wieder eine Serie gewinnen konnten. In der zweiten Runde würden auch „nur“ die jungen Pacers um George Hill und den MIP Paul George warten. Es machten sich bereits Hoffnungen breit, dass man endlich wieder die Finals erreichen könnte, vielleicht wäre ja sogar mehr drin, nachdem man in den 90ern zwei Mal knapp scheiterte. Nach Game 1 jedoch waren all diese Träume schnell wieder der Realität gewichen, denn die Knicks hatten soeben ihren Heimvorteil verspielt und standen nun schon in Game 2 mit dem Rücken zur Wand. Doch die Knicks wussten mit dem Druck umzugehen. Mit 105-79 fegte man die Pacers aus dem Garden. Höhepunkt war ein zwischenzeitlicher 33-13 Run, der den Pacers den Zahn zog und das Momentum auf Seiten der Knicks brachte. Vermutlich hätten die Knicks gegen nahezu jeden Gegner Game 3 gewonnen, doch die Pacers waren eine unglaublich eingespielte und eklige Truppe rund um Paul George, George Hill, Roy Hibbert, Lance Stephenson und David West. So verteidigten die Pacers extrem hart und hielten New York bei gerade einmal 71 Punkten. Melo wurde das komplette Spiel von den Kettenhunden George und Stephenson an die Leine gelegt und konnte nicht an seine 36 Punkte aus Spiel 2 anknüpfen. Offensiv erledigte Hibbert mit 24 Punkten den Rest. Ein ähnliches Bild zog sich durch Game 4 und die Pacers gewannen erneut mit 11 Punkten Vorsprung relativ komfortabel. Doch die Knicks gaben nicht auf und glaubten an sich, so gewannen sie Game 5 vor heimischen Publikum und waren sich sicher, dass sie den einen Auswärtssieg irgendwie klauen könnten. Melo, der spürte dass dies seine Chance wäre auf den so lang ersehnten Titel stemmte sich in Indianapolis mit 39 Punkten nochmal gegen die Niederlage, konnte diese jedoch auch nicht verhindern und musste schließlich anerkennen, dass Game 1 eine unnötige Niederlage gewesen war und nun deshalb die Pacers das Rendez-vous mit LeBron und seinen Heat bekamen und nicht eben jenes Knicks Team 2013.

Im Draft zogen die Knicks übrigens einen gewissen Tim Hardaway eine Personalie die den Anfang vom Ende eines Knicks Teams einläutete, dass sich selbst viel zu oft im Weg stand, sich zu sehr auf seinen Star verließ und das seitdem eine Talfahrt erlebt wie man sie selten gesehen hat im Sport. Diese Playoffs waren das letzte Hurra der größten Basketball Franchise der Welt. Man kann nur hoffen, dass sich dies bald ändert und man in Robinson und Barrett nun einen neuen Core gefunden hat, um den man etwas vielversprechendes aufbauen kann.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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