The Greatest What if…? – Tracy McGrady

Quelle: Google

Es gibt Momente im Basketball, die vermutlich niemals in Vergessenheit geraten werden. The Shot von Michael Jordan, Ray Allens Dreier in Game 6 der 2013er Finals, Allen Iversons demütigender Schritt über den am Boden liegenden Ty Lue. Manchmal reicht ein Wurf um sich unsterblich zu machen. Am 9. Dezember 2004 benötigte Tracy McGrady derer vier, aber kaum ein Basketball Fan wird sich nicht an diese Fabelleistung erinnern können. An diesem Abend gastierten die San Antonio Spurs bei den Rockets in Houston und nach über 47 gespielten Minuten, schien das Spiel durch zu sein. Nur einer hatte etwas dagegen. Tracy Lamar McGrady Jr. 35,4 Sekunden vor Ende des Spiels trifft Mcgrady einen Dreier und verkürzt somit auf 71-76. Die Spurs kontern mit zwei. McGrady stürmt vor und nimmt einen Wurf, bei dem es einem als Trainer ganz unwohl wird. Doch er trifft und Tim Duncan, der versuchte den Wurf zu erschweren foulte ihn dabei zudem. 4-Punkt-Spiel. Nur noch 75-78 bei noch 24,3 verbleibenden Sekunden. Die Spurs treffen im Gegenzug jedoch beide Freiwürfe. Time-out Houston. Einwurf auf McGrady, der steigt hoch und wieder einen Dreier trifft. Time-out San Antonio, Brown rutscht aus, verliert den Ball, der wiederum bei McGrady landet, dieser stürmt über den gesamten Court und trifft den Dreier zur 81-80 Führung, bei nur noch 1,7 verbleibenden Sekunden. Da San Antonio keinen vernünftigen Wurf mehr loswird, gewinnen die Rockets dieses Spiel. McGrady schaltete in diesen 33,7 Sekunden in den sogenannten „God-Mode“, einen Modus den er in seiner Karriere leider nur zu selten abrufen konnte. Eine Karriere, die geprägt war von Verletzungen und unzähligen „was wäre wenn?“-Momenten.

Anders als viele andere Geschichten fangen wir bei McGrady mit seinem Ende an. Am 26. August 2013 beendete McGrady seine Karriere im Alter von 34 Jahren. Nachdem er in der Saison 2012-2013 in China spielte, kam er kurz vor den Playoffs noch einmal in die NBA zurück, um der Bank der San Antonio Spurs mehr Feuerkraft zu verleihen. Er kam zwar nur auf sechs Einsätze in den Playoffs, doch beinahe hätte er seine Karriere krönen können. Im bereits erwähnten Spiel 6 der NBA Finals 2013 führten die Spurs 3-2 und waren kurz davor sich zum fünften Mal als Champion zu krönen, doch hier traf die Ironie des Schicksals ein. Zuerst vergibt Kawhi Leonard zwei Freiwürfe, danach trifft Allen besagten Wurf. Die Spurs verlieren die Serie und McGrady blieb der Traum nach einem Ring verwehrt. Keine 10 Monate nach seinem Rücktritt gewannen die Spurs übrigens den Titel.

1997 begann diese skurrile Karriere. Der junge T-Mac wechselte direkt von der Highschool in die NBA. An 9. Stelle wählten ihn die Toronto Raptors, in der Hoffnung, dass er sie endlich zu einer ernstzunehmenden Franchise transformieren würde. Hier zeigt sich bereits, dass sich seine Karriere von What ifs durchziehen sollte. Spätestens seit „The Last Dance“, sollten alle wissen, dass die Bulls ´,97 kurz davor waren, Scottie Pippen zu traden. Unter anderem war man in Gesprächen mit den Raptors, die McGrady in einen Deal involviert hätten. An der Seite von MJ hätte er damit das erste Mal die Chance auf einen Titel gehabt.

Drei Jahre hielt es ihn in Kanada unter anderem erreichte er zusammen mit Vince Carter 2000 die Playoffs, dort war jedoch bereits in Runde 1 nach drei Spielen gegen die New York Knicks Schluss.

Anschließend wechselte er mit dem Wunsch näher bei seiner Familie zu leben nach Florida zu den Orlando Magic. Die Raptors erhielten einen First-Round-Pick im Gegenzug. Die Magic befanden sich zu dem Zeitpunkt auch nicht allzu weit von einer Verpflichtung Tim Duncans entfernt. Das zweite große What if in seiner Karriere, denn die beiden zusammen hätten Orlando unmittelbar zu einem Contender gemacht und hätten das Machtvakuum, das nach der Shakobe-Ära entstand ausfüllen können. Ein weiteres what if in Orlando wird für immer die Verletzung von Grant Hill bleiben, der 2000 zu den besten Guards der Liga zählte, wegen einer Knöchelverletzung jedoch nur vier Spiele bestreiten konnte.

Persönlich hatte er in Orlando trotzdem seine beste Zeit wurde erstmals All-Star, gewann 2001 den Most-Improved-Player Award und legte nie unter 25,6 PPS auf. Zweimal reichte es gar zum Scoring Titel.

In den Playoffs kam man nie über die erste Runde hinaus. Auch weil man beispielsweise eine 3-1 Führung gegen die Detroit Pistons verspielte.

Im Sommer 2004 wurde er daraufhin in einem 7-Spieler-Trade (unter anderem für Steve Francis) nach Houston geschickt, wo er mit Yao Ming endlich einen zweiten Star neben sich hatte. Doch auch Mings Gesundheit machte diesem über seine gesamte Karriere Probleme weshalb es auch in Houston nie für den großen Wurf reichen sollte.

So bleiben es vereinzelte Highlights, die seine Karriere in Houston definieren. Zum Beispiel ein 22 Spiele anhaltende Siegesserie ohne Yao Ming, oder eben jene 13 Punkte in 35 Sekunden. Doch auch in Houston überstand er nie die erste Playoffrunde.

Im Mai 2008 musste sich T-Mac an seiner linken Schulter, sowie dem linken Knie operieren lassen und er verpasste große Teile der Saison darunter auch die Playoffs, in denen die Rockets in der 2. Runde an den Lakers scheiterten.

Sein Körper war mittlerweile geschunden und seine Glanzzeiten damit vorbei. Nachdem er nur sechs Spiele 2009/2010 bestreiten konnte, tradeten ihn die Rockets zu den Knicks, dort blitzte zwar vereinzelt das geniale Talent durch, doch sein Punkteschnitt von 9,4 beweist, dass er dem Ende seiner Karriere entgegenging. Er spielte noch eine Saison für Detroit und nach dem Lockout 2011 schloss er sich den Atlanta Hawks an. 2012/2013 verließ er die NBA und lief für die Qingdao Eagles in China auf, wurde dort sogar Topscorer und kam noch einmal zu den Spurs, bei denen sich der Kreislauf schloss.

Am Ende seiner Karriere stehen sieben All-Star Nominierungen, drei All-NBA-First-Team Berufungen, zwei Scoringtitel und ein MIP-Award unzähligen Verletzungen, unglücklichen Playoffniederlagen und zahlreichen „was wäre wenn…?“-Momenten gegenüber. Was bleibt sind die einzelnen Momente, in denen er in den God Mode schaltete und punktete wie es ihm beliebte. Immerhin wurde er 2017 ein wenig entschädigt, als ihn die Liga in ihre Hall of Fame aufnahm. Unter anderem für Momente wie an jenem Dezemberabend 2004 in Houston.

https://youtu.be/1jbtt6OGLms

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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