Offseason Tier List

In diesem neuen Format werden alle 30 Teams und ihre Transaktionen beleuchtet und eingeordnet. Den Start machen die LA Lakers, Atlanta Hawks, Phoenix Suns, sowie die Portland Trail Blazers

2021 NBA Free Agency
Quelle: Clutchpoints.com

Der Zinseszinseffekt

LA Lakers:

Zugänge:

Free Agency: Montrezl Harrell (LA Clippers), Wesley Matthews (Milwaukee Bucks), Marc Gasol (Toronto Raptors), Markieff Morris (re-sign)

Trade: Dennis Schroder (Oklahoma City Thunder), Jordan Bell and Alfonzo McKinnie (Cleveland Cavaliers)

Abgänge:

Trade: Danny Green (Philadelphia 76ers via Oklahoma City Thunder), JaVale McGee (Cleveland Cavaliers)

Free Agents: Rajon Rondo (Atlanta Hawks), Avery Bradley (Miami Heat), Dwight Howard (Philadelphia 76ers), Jared Dudley, JR Smith, Dion Waiters, Kostas

Waived: Quinn Cook

Ja, noch hat Anthony Davis noch nicht unterschrieben, doch ein Abgang ist extrem unwahrscheinlich. Lediglich über die Vertragslänge dürfte sich Davis noch Gedanken machen. Denn rein sportlich gesehen, gibt es vermutlich kein Team, dass besser für die neue Saison aufgestellt sein dürfte.
Rob Pelinka hat im Front Office ganze Arbeit geleistet und den amtierenden Champion noch einmal signifikant verstärkt.
Der erste große Move erfreute dabei auch den Großteil der deutschen Fan Gemeinschaft, da der derzeit beste deutsche Basketballer Dennis Schröder via Trade seinen Weg in die Stadt der Engel fand. Der Preis dafür war aus Lakers Sicht extrem niedrig. Ein niedriger Firstround Pick und Danny Green, der zuletzt durch extrem wankelmütige Shooting Leistungen in die Kritik geriet. Da der Trade nicht positionsgetreu ablief, holte man in Wesley Matthews direkt einen Ersatz zum Minimum, dabei wurde sogar die Konkurrenz aus dem Osten geschwächt. Matthews bringt Shooting und gute Defense mit und dürfte so durchaus auf seine Minuten bekommen.

Dwight Howard verlor man durchaus kurios an die Philadelphia 76ers, in Marc Gasol bekam man dafür ein deutliches Update. Gasol ist zwar lange nicht mehr auf dem Defensive Player of the Year Niveau vergangener Jahre, doch als extrem smarter Verteidiger immer noch weit über Ligadurchschnitt. Offensiv bringt er einen soliden Wurf mit, ohne dass er den Stars zu viele Würfe abnimmt. Mit ihm und LeBron auf dem Feld, werden die Lakers noch intelligenter, was Gegnern jetzt schon Sorgen bereiten dürfte.
Bei den lila-goldenen, war damit aber noch lange nicht Schluss. Markieff Morris wurde gehalten und dem Stadtrivalen luchste man Montrezl Harris ab. Letzterer dürfte zusammen mit Dennis Schröder die offensive Hauptlast übernehmen, wenn Anthony Davis und LeBron James eine Ruhepause gegönnt wird. Nicht zu unrecht waren beide die letztjährig besten Bankspieler.

Neben Howard verlor man dann nur noch in Person von Avery Bradley und Rajon Rondo Spieler, die wichtige Minuten in der Rotation spielten. Ersterer war in den Playoffs zudem nicht am Start, was ihn durchaus entbehrlich erscheinen lässt und wie weh der Verlust von (Playoff-) Rondo tut, wird sich erst in der nächstjährigen Postseason zeigen.

Die Lakers haben in Summe eine sensationelle Offseason hingelegt und sind auf dem Papier nur noch stärker geworden, was sie zum klaren Favoriten – im Hinblick auf die nächste Saison – macht.
Sollte LeBron nicht aus unerklärlichen Gründen m abbauen, dürfte es einen ähnlich dominanten Titelrun geben, bei dem die Lakers nicht mehr als ein Spiel pro Serie verlieren sollten.

Resultat: Gewinner der Offseason

Plötzlich Contender?

Phoenix Suns:

Zugänge:

Draft: Jalen Smith (10th overall)

Trade: Chris Paul (Oklahoma City Thunder), Abdel Nader (Oklahoma City Thunder)

Free Agency: Jae Crowder (Miami Heat), E’Twaun Moore (New Orleans Pelicans), Dario Saric (re-sign)

Abgänge:

Trade: Ricky Rubio (Minnesota Timberwolves via Oklahoma City Thunder), Ty Jerome (Oklahoma City Thunder), Kelly Oubre Jr. (Oklahoma City Thunder), Jalen Lecque (Oklahoma City)

Free Agents: Aron Baynes (Toronto Raptors), Cheick Diallo, Frank Kaminsky (Sacramento Kings), Tariq Owens

In Phoenix gibt es nach Jahren in der Lottery endlich wieder Hoffnung. Mit Devin Booker und DeAndre Ayton hat man zwei junge, aufstrebende Stars und via Trade holte man sich den vermutlich besten Floor General der letzten 15 Jahre. Chris Paul hat es innerhalb von 16 Monaten geschafft, seinen Ruf als alter, überbezahlter, untradebarer Spieler abzulegen und sich gar einen Reputation als Reformer einer Franchise anzulegen. Der Payoffeinzug der Oklahoma City Thunder wird zu größten Teilen an ihm festgemacht und sein nächstes Projekt lautet nun also Phoenix.
Dafür hat man zwar in Ricky Rubio einen extrem wichtigen und guten Spieler abgegeben, doch das Plus an Qualität durch Paul machte ihn irgendwo dann doch ein wenig obsolet.
Zusätzlich gab man in diesem Tauschgeschäft noch Kelly Oubre Jr. ab, diesen ersetzte man dann, anders als viele Fans gedacht hätten, in der Free Agency und nicht via Draft. So nahm man Jae Crowder unter Vertrag, der die Rolle als 3-and-D Wing gut ausfüllen kann, zwar steht er für weniger Scoring, doch die Würfe in der ersten Fünf dürften sowieso schon relativ knapp werden.

Im Draft, hier darf man leise Kritik äußern, überging man Spieler wie Tyrese Haliburton und Devin Vassell und entschied sich an Position 10 für Jalen Smith, einen Backup Center, den viele Experten weit unterhalb dieser Position gesehen haben.

Ansonsten tätigte GM James Jones eher kleinere Deals, die das Team sinnvoll ergänzen dürften. E’Twaun Moore ist eine gute Verstärkung für die hintere Flügelrotation und auch Dario Saric ist ein überaus brauchbarer Rollenspieler. 
Neben Rubio und Oubre Jr. dürfte der Abgang von Aaron Baynes am ehesten schmerzen, da seine Erfahrung dem Team zusätzlich gut getan hätte.
Alles in allem ist die Offseason aber als voller Erfolg zu werten, der die Suns endlich wieder in die Playoffs führen dürfte. Mit etwas Glück könnte man hier gar die zweite Runde erreichen, doch für den Moment sieht die Zukunft im Valley rosig aus.

Resultat: Gewinner der Offseason

Atlanta Hawks:

Zugänge:

Draft: Onyeka Okongwu (6th overall), Skylar Mays (50th overall)

Free Agency: Danilo Gallinari (Oklahoma City Thunder), Rajon Rondo (Los Angeles Lakers), Kris Dunn (Chicago Bulls), Solomon Hill (Miami Heat), Bogdan Bogdanovic (Sacramento Kings)

Abgänge:

Trade: Dewayne Dedmon (Detroit Pistons)

Free Agents: Jeff Teague (Boston Celtics), DeAndre‘ Bembry (Toronto Raptors), Charles Brown Jr., Treveon Graham, Damian Jones, Skal Labissiere

Waived: Khyri Thomas (Detroit Pistons)

Retired: Vince Carter

Bei jungen Spielern bedienen sich Sportreporter manchmal Floskeln, die ein wenig anmuten wie diese: „Er erzwingt es zu sehr“
Zu meist ist dieser Satz negativ konnotiert, was die Hawks für diesen Listenplatz ausschließen würde.
Doch Travis Schlenk hat es geschafft zahlreiche namhafte Free Agents nach Atlanta zu lotsen, um dort endlich wieder ein Team mit Playoff Ambitionen aufzubauen.
Im Draft schnappte er sich Onyeka Okongwu, der als bester (Defensiv-) Big der Rookie Class gilt. Der im Februar verpflichtete Clint Capela muss hier definitiv auch erwähnt werden, da er bisher kein Spiel für Atlanta bestritt. Schlenk aber legte nach dem Draft erst richtig los.
In Rajon Rondo und Kris Dunn holte er zwei der besten Guard Verteidiger der Liga. In Rondo auch noch einen Spieler, der seit Jahren jedem Team in den Playoffs helfen kann. Danilo Gallinari als Stretch-Vierer, der sofern er fit bleibt ein unglaublich breit gefächertes offensives Waffenarsenal besitzt und schlussendlich kam auch noch Bogdan Bogdanovic von den Sacramento Kings, der als sekundärer Playmaker und Schütze einen enormen Wert neben Trae Young haben dürfte.

Auf dem Papier ist diese Mannschaft ein klarer Anwärter auf die Playoffs. Fragezeichen gibt es dennoch. Zum einen wie viele Minuten sieht der bereits vorhandene junge Kern abseits von Young (John Collins, DeAndre Hunter, Cam Reddish und Kevin Huerter)? Zusätzlich weiß man noch nicht, wer neben Young startet startet. Offensiv dürfte es hinter dem Team keinerlei Zweifel geben, doch was passiert wenn Young, Bogdanovic, Gallinari und Collins gleichzeitig auf dem Feld stehen? Es müsste eigentlich in jedem Angriff gescored werden, um die defensive Vakanz auszugleichen.

Trotz diesem gewissen Mangel an Ausgewogenheit, ist auch die Offseason der Hakws als Erfolg zu werten, denn man hat nun wieder gute und realistische Chancen auf die Playoffs. Wie weit der Franchise Star Trae Young dann ist, wird sich zeigen doch das Front Office hat alles in seiner Macht stehende getan, um ihm die bestmöglichen Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen.

Resultat: Gewinner (mit kleineren Fragezeichen) der Offseason

Portland Trail Blazers:

Zugänge:

Draft: CJ Elleby (46th overall)

Trade: Robert Covington (Houston Rockets), Enes Kanter (Boston Celtics)

Free agency: Derrick Jones Jr. (Miami Heat)

Abgänge:

Trade: Trevor Ariza (Oklahoma City Thunder via Houston Rockets and Detroit Pistons), Mario Hezonja (Memphis Grizzlies)

Free agents: Jaylen Adams (Milwaukee Bucks), Hassan Whiteside, Moses Brown, Wenyen Gabriel (New Orleans Pelicans), Jaylen Hoard, Caleb Swanigan

Portland zählt seit Jahren zu den konstantesten Teams der Association. Rund um Superstar Damian Lillard, entwickelte sich die letzten Saisons über eine durchaus schlagfertige Truppe, die 2019 gar in die Western Conference Finals einziehen konnte. Nach dem (verletzungsbedingten) Abfall im letzten Jahr, möchte man in Nordwesten der USA wieder angreifen. Schlüsselspieler verlor man keinen einzigen und zusätzlich konnte man Robert Covington von den Houston Rockets loseisen, des weiteren kam Enes Kanter nach kurzem Intermezzo bei den Boston Celtics zurück. Obwohl dies die beiden einzigen nennenswerten Neuzugänge darstellten, darf man in Rip City darauf hoffen, dass ein Erstrundenaus nicht der Status quo wird. Neben Lillard, hat sich CJ McCollum zur veritablen zweiten Option aufgeschwungen, Jusuf Nurkic ist endlich wieder fit und Carmelo Anthony hat man ja auch noch.
Während Lillard und McCollum zu den gefährlichsten Backcourts der Liga zählen und Spiele im Alleingang gewinnen können, so bekommen sie mit Covington nun eine defensive Komponente, die in den letzt Jahren gefehlt hat. RoCos Stärken liegen in der Helpside-Defense, was Nurkic und generell allen Spielern unglaublich helfen sollte. Lillard und McCollum können so wesentlich aggressiver ihre Gegenspieler angehen, in dem Wissen mit Covington und Nurkis eine Wand hinter sich zu haben.


Es wird zwar auch diese Saison wieder nicht zum ganz großen Wurf reichen, dafür ist der Westen zu stark, doch Portland hat seine Hausaufgaben gemacht und dürfte so auch wieder zum Stolperstein für den ein oder anderen Favoriten werden, wobei es nicht viele Teams gibt, die man im Matchup gegen sie als klare Favoriten betiteln könnte.

Resultat: Gewinner der Offseason

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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