Olajuwons Erbe?

RUMOR: Rockets interested in DeMarcus Cousins
Quelle: Clutchpoints

Was wurde im Vorfeld nicht spekuliert. James Harden möchte raus aus Houston. Russell Westbrook auch, da er unzufrieden mit seinen Anteilen ist. Eric Gordon und PJ Tucker wollen eine andere Rolle. Houston stand vor einem Kollaps, vor dem sportlichen Niemandsland. Spätestens nach dem Trade von Robert Covington, klingelten sämtliche Alarmglocken bei den Fans der Texaner.

Seitdem ist eine Woche vergangen und die Stimmungslage eine gänzlich andere. Die Verpflichtung von Christian Wood gab vielen Fans die Hoffnung, dass Harden und Westbrook endlich wieder eine vertikale Anspielstation haben, ohne dem Spacing zu schaden. Der Großteil der bis dahin skeptischen Fans ist nun aber ebenfalls in Ekstase gefallen und träumen von einem weiteren tiefen Playoffrun.

Was war passier? Gegen 24 Uhr (MEZ) verkündete Shams Charania dies:

Was aber bedeutet dieser Deal nun für die Rockets, für Boogie selbst und die Western Conference im Allgemeinem?

Perspektive der Houston Rockets

Houston holt sich durch Cousins eine Wildcard ins Team, die sich eigentlich nur als Gewinn herauskristallisieren kann. Man verlor zwar Rollenspieler wie Austin Rivers und Jeff Green (ein fitter Gordon und die Ankunft von Wood hätten dessen Minuten sowieso minimiert), doch die verhältnismäßig jungen Spieler wie Sterling Brown, könnten diese Rollen ähnlich gut besetzen. Dieser Kern gehörte letzte Saison zu den vier besten Mannschaften im Westen. Das Team hat also weiterhin durchaus das Potential die zweite Runde zu erreichen und bekommt eine gewisse Komponente x hinzu.

Dieses „x“ ist DMC. Cousins galt zwischen 2014 und 2018 als der beste Center der Liga, bis er sich im Trikot der New Orleans Pelicans die Achillessehne riss. Ein kurzes Intermezzo bei den Warriors und einem Kreuzbandriss später, wird er nun also seine Zelte in Houston aufschlagen. Sofern er fit ist, war er stets eine Bedrohung im Post, zog viele Freiwürfe und trainierte sich einen durchaus respektablen Dreier an. Allein dank dieser Wurfauswahl ist er prädestiniert für die Rockets und ihr analytischer Ansatz des Spiels.

In Houston wird man ihn aller Voraussicht nach nicht als Starter einsetzen, wenn dann nur Matchup bedingt. Die Rockets werden hier vermutlich Wood auf Center starten lassen und PJ Tucker dürfte endlich wieder eine Position kleiner spielen. Cousins dagegen, kann die Minuten hinter den beiden ausfüllen (Wood dann auf die vier) und für dringend benötigtes Bench Scoring sorgen, sollte Eric Gordon ebenfalls starten.

Wenn Cousins nur ansatzweise an seine Zeit in New Orleans oder Sacramento anknüpfen kann, so bekommt die ohnehin schon gefährliche Rockets Offense eine neue Komponente hinzu. Spielt der Gegner klein, um Boogie defensiv zu attackieren, wird er seinen Gegenspieler im Post bestrafen. Stellt man einen Center gegen ihn so rückt er an den Perimeter und schafft so Platz für Harden und speziell Russell Westbrook. Zusätzlich würden die Rockets ihr Spacing nicht aufgeben und sind dennoch größer geworden.

Sollte sich Cousins wieder verletzen oder gar ein Fremdkörper sein, ist es ein leichtes ihn abzustoßen, was ein Carmelo Anthonyeskes Desaster ausschließen sollte. Zusätzlich setzt man nicht alles auf die Karte Cousins und kann auch ohne ihn bestehen. Das vielleicht aber wichtigste Argument ist das Zeichen, dass man an die eigenen Stars Westbrook und Harden sendet und ihnen signalisiert, dass man bereit und willentlich ist einen weiteren Run mit ihnen zu wagen.

Perspektive von DeMarcus Cousins

Boogie kann einem mittlerweile eigentlich nur noch leid tun. Zahlreiche schwere Verletzungen kosteten einen der besten Center seine besten Jahre und auch eine lukrative Verlängerung.

Nun aber, Workouts zufolge (besser bekannt als das Darko Milicic Dilemma), scheint er fit zu sein und wird seine vielleicht letzte Chance nutzen wollen einen finalen langfristigen Deal zu unterschreiben. Für Cousins wird das nächste Jahr zu einem der Wichtigsten für den Fortlauf seiner Karriere. Noch haben Contender das Vertauen in seine Fähigkeiten, um ihn unter Vertrag zu nehmen, sollte er sich abermals verletzen oder ein Schatten seiner selbst sein, so wird es vermutlich die letzte Station bei einem ambitionierten Team gewesen sein. Die Umstände aber sind für Cousins so gut, wie bei kaum einem anderen Team. Mit Harden und Westbrook hat er zwei Spieler, die zu den Besten gehören, wenn es um Passing und das Einsetzen von Mitspielern geht.

Houston definiert sich, ähnlich wie Boogie, über die eigene Offensive, kann aber auch defensiv standhalten. Hier zählte er zwar nie zu den besten, doch allein wegen seiner Masse dürften es Spieler wie Davis und Jokic in den Playoffs schwerer haben, als noch gegen PJ Tucker (auch wenn er das teilweise exzellent löste). Für ihn persönlich ist es eine wirklich gute Situation, da seine datenfreundliche Spielweise in Houston noch besser zum tragen kommen dürfte.

Fragezeichen gibt es aber nicht nur hinsichtlich der Gesundheit, sondern Zeit seiner Karriere auch hinter dem Charakter von Cousins. In Sacramento galt er als Enfant terrible, doch auch das sollte sich gebessert haben. Cousins emanzipierte sich in NOLA und bei den Warriors zum Teamspieler, dessen interdisziplinären Aussetzer mit dem Alter abnahmen. Mittlerweile dürfte auch er erkannt haben, dass er sich vorerst unterordnen sollte, um dann mit dem Team gemeinsam zu wachsen und so zu Alter Stärke zurückzukommen.

Perspektive der Western Conference

Sofern nichts spektakuläres mehr passiert, dürfte ein Team am Ende dümmlich aus der Röhre schauen, da es lange nicht so aussah, als würde Houston um die Playoffs kämpfen können. Stand heute werden sie dies aber tun und so gibt es weiterhin 12-13 Teams, die sich mehr oder weniger Hoffnungen auf die Playoffs machen können. OKC und die Kings sind hier kategorisch auszuschließen und auch die Spurs sollten den Blick eher nach unten, als nach oben richten. Die Pelicans haben mit Holiday einen Schlüsselspieler verloren und generell keine optimale Free Agency hingelegt. Am oberen Ende thronen die Lakers, die nochmal um ein vielfaches stärker geworden sind. Auch die Suns, Trail Blazers und Rockets haben sich sinnvoll verstärkt und dürften als relativ sicher gelten. Die Clippers, sofern die Stars fit bleiben auch. Ebenso wie die Nuggets. Um den letzten Playoffplatz werden sich dann die Warriors, Jazz, Timberwolves und Grizzlies prügeln. Die größte Überraschung könnte aber Dallas sein, je nachdem wie fit ein Porzingis über die Saison bleibt. Durch die kürzere Saison ist ein guter Saisonstart noch wichtiger als sonst. Dennoch wird es nicht viele Teams erfreuen, dass die Rockets sich adäquat verstärkt haben, dadurch wird das Rennen umso enger.

Lasst die Spiele beginnen!

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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