Golden State – Back to the top?

Stephen Curry wird einen Großteil der Regular Season verpassen
Stephen Curry kehrt zurück – auch an die Spitze? Foto: Ezra Shaw/AFP

Für die jüngeren NBA Fans waren die diesjährigen Playoffs anders. Nicht etwa wegen der Bubble oder dem Play-In Format. Nein, erstmals seit 2014 gab es wieder ein Team aus dem Westen in den Finals, dass nicht Golden State hieß. Nicht etwa weil es in Golden State einen schleichenden Leistungsabfall der Stars gab, wie es einst in San Antonio passierte. Die Warriors waren vielmehr Opfer zahlreicher Verletzungen, die bereits in den letztjährigen Finals jedem Fan „Hoffnung“ auf einen neuen West-Champ machte. Dort verletzten sich sowohl Kevin Durant, den es danach nach Brooklyn zog, als auch Klay Thompson. Langjährige Stützen verließen das Team und so waren auf einmal nur noch Stephen Curry und Draymond Green über. Jener Stephen Curry, mit dem man 2009 den Grundstein für eine der erfolgreichsten Dekaden im Basketball legte. Während man ihm damals noch die körperliche Reife für die NBA absprach, glaubten nicht wenige, dass er es alleine schaffen könnte seine Warriors in die Playoffs zu hieven. Doch auch er verletzte sich und schon bald erinnerte wenig an dieses glorreiche Team der vergangenen Jahre. Böse Zungen könnten behaupten, dass es sich dabei nur um ein besseres G-League Team handelte.

Es kam wie es kommen musste und es wurde ruhig um die Franchise, die meisten Bandwaggon Fans machten sich auf, um ihren Zug nach Los Angeles oder Milwaukee noch rechtzeitig zu erreichen. Spieler wie Giannis Antetokounmpo und Kawhi Leonard waren auf einmal präsenter in den Medien. LeBron James kam nach einjähriger Abstinenz mit Pauken und Trompeten zurück und in Dallas schickte sich ein Sophomore an, selbst bald als der neue Curry gehandelt zu werden. Eben jener wird es nun LeBron gleichtun und nächste Saison wieder angreifen wollen. Realistisch? Realistisch!

Es ist zwar immer schwer Spieler nach langen Verletzungen zu evaluieren, speziell da auch Gevatter Zeit an Thompson und Curry nagt. Geht man aber davon aus, dass beide wieder ansatzweise auf dem Niveau zurückkehren, dass sie die letzten Jahre an den Tag legten, könnten sich die Züge Richtung San Francisco bald wieder füllen. Einige werden hier nun versuchen zu argumentieren, dass man ohne Kevin Durant nie wieder dieses Level erreichen kann, doch Durant ist in den Augen einiger (auch des Autors) eher ein Werkzeug gewesen, dass die Warriors wussten klug einzusetzen, als dass er sie noch besser machte. Allenfalls waren sie gleich gut, lediglich die Stilmittel unterschieden sich. Coach Kerr wird also versuchen, den Spielstil aus den Jahren 2014-2016 wieder zu etablieren. Sprich viele Pässe und ein generell teamdienlicher Basketball. Dazu braucht es einen Draymond Green, der wieder mit etwas mehr Leidenschaft spielen muss, um das Team vor allem defensiv zusammenzuhalten. Denn anders als in den Jahren 15-19 hat der Westen aufgerüstet. Gab es zu Beginn lediglich die Spurs und Rockets, die es ernsthaft versuchten das Team aus der Bay Area zu schlagen, so gibt es nun 13, vielleicht 14 Teams mit ernsthaften Playoff Ambitionen. In jedem Team gibt es zumindest genügend Talent um dafür in Frage zu kommen. Siege in der Regular Season könnten also zu einem wichtigen Gut werden. Kerr muss es hier schaffen, dass man diese wieder ernster nimmt, gleichzeitig gilt es die Belastung genau zu steuern, um weitere Verletzungen vorzubeugen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass keiner der Leistungsträger den Druck hat unbedingt einen Titel zu gewinnen. Diese Blockade setzt immer wieder in den Playoffs ein (Paul, Harden, Westbrook, Houston allgemein) und lässt Spieler verkrampfen. Dies schien zwar noch nie Currys Schwäche zu sein, spielt er doch seit jeher mit einer Lockerheit, wie sie nur wenige an den Tag legen, wird aber dem gesamten Team gut tun.

Des weiteren gibt es immer wieder Gerüchte, was bei Golden State noch alles passieren könnte. Im Winter tradete man D’Angelo Russell nach Minneapolis und erhielt dafür den ehemaligen Nummer 1 Pick Wiggins zurück, des weitern hält man selbst den zweiten Pick des kommenden Drafts. Man könnte hier ein Paket schnüren, um einen weiteren Star anzulocken, was zwangsläufig immer mit dem Namen Giannis verbunden wird, obwohl diese Option eher als unwahrscheinlich gilt. Antetokounmpo wird vermutlich den Super Max bei den Bucks unterschreiben und dort einen weiteren Titelrun versuchen. Im Draft gibt es immer wieder einige Namen, die mit ihnen in Verbindung gebracht werden, wie etwa James Wiseman als traditioneller Center (Bogut) oder auch Deni Avdija und Tyrese Haliburton (Livingston). Für die beiden letztgenannten könnte man aber auch heruntertraden, um einen weiteren Veteran abzustauben. Egal was auch passiert es wird spannend werden bei den Warriors und so viel sei sicher: Sie werden wieder versuchen sich den Thron zurückzuerobern, den sie fünf lange Jahre innehatten.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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