Becky Hammon – Spured

Becky Hammon, seen here in a regular season game in January, served as the Spurs head coach for their bubble exhibition. (AP Photo/Eric Gay)
Pops Erbin? (AP Photo/Eric Gay)

Die US-Wahl. Das vielleicht wichtigste Ereignis im Jahr 2020 wurde mit großer Spannung erwartet und nahezu minütlich kamen neue Hochrechnungen und Wege, die zeigen sollten wer wann wie und wo die Wahl gewonnen hat. Als, nach tagelangen Auszählungen, endlich fest stand, dass Joe Biden ab Januar auf Donald Trump folgen würde, ward es als würde die Welt kollektiv durchatmen; abgesehen von autokratisch geführten Staaten, die den Republikaner vier Jahre lang an der Nase herumführen konnten. Nachdem die Medien beide Kontrahenten bereits ausführlichst charakterisiert und analysiert hatten, beschäftigte man sich mit Kamala Harris, Bidens neuer Vizepräsidenten. Eine Frau, die die USA vielleicht so gut repräsentiert wie kaum eine andere, auch wenn viele Amerikaner dies nicht wahrhaben wollen. Tochter einer indischen Ärztin und eines Jamaikanischen Professors, mit einem Juden verheiratet und Mitglied einer sogenannten „Baptist Church“. Die komplette Diversität, die die Vereinigten Staaten auszeichnen sollten, vereint. Es bleibt abzuwarten wie erfolgreich diese Zusammenarbeit sein wird, doch wenn sie sich ein Beispiel an den San Antonio Spurs nehmen, sollte es mit Amerika schon bald wieder bergauf gehen.

Nicht etwa weil die Spurs seit über zwei Jahrzehnten gute Arbeit leisteten, sich langsam aber sicher in einen Rebuild bewegen, sondern weil man am Alamo River eine ähnliche Konstellation bildete. Zum einen Gregg Popovich, der unweigerlich mit der Franchise verknüpft wird, fünf Titel holte und eine Dynastie aufbaute, von der die meisten nicht einmal zu träumen wagen. Er, mit allen Wassern gewaschen, als das Urgestein, der sämtliche Schlachten bereits geschlagen hat. Der Vergleich zu Biden liegt hier auf der Hand. Zum anderen Becky Hammon, erste weibliche Vollzeit-(Co)Trainerin, taktisch auf der Höhe, anerkannt und von ihren Spielern geschätzt. Das Äquivalent hierzu lautet Harris. Erste weibliche sowie erste afroamerikanische Vizepräsidentin. Sowohl Hammon, als auch Harris werden sich damit aber nicht begnügen, so ranken sich bereits seit der Wahl Gerüchte, dass Harris auf Biden folgen könnte und auch bei Hammon wird Jahr für Jahr klarer, dass sie für höheres bestimmt ist. Gedacht als Erbin für Pop, wurde immer wieder ihr Name genannt, wenn es um die Besetzung der Head Coach Posten in der NBA ging. Zwar entschied sich bisher noch kein Team für sie, doch in OKC scheint sie mächtig Eindruck hinterlassen zu haben, in San Antonio wissen sie das seit Jahren, doch solange Popovich coacht ist er unantastbar.

Hammon beweist auch seit nunmehr sechs Jahren, dass es keinerlei valide Argumentation gibt, warum eine Frau keine Profi Herrenmannschaft trainieren könne. Es ist nicht bewiesen, dass Männer taktisch besser geschult sind oder generell Frauen hier etwas voraushaben. Dieses Problem zieht sich aber nach wie vor durch sämtliche Sportarten und Ligen. Hammon jedoch scheint sich zum Jackie Robinson ihres Geschlechts aufzuschwingen und holt zum Homerun aus, um die Barriere zu durchbrechen und für immer zu beenden. Mittlerweile haben es die Celtics und Cavaliers den Spurs gleichgetan und haben Frauen in ihren Coaching-Staffs installiert. In Pop hat Hammon generell einen Förderer, der schon seit längerem das ständige vergleichen zwischen Mann und Frau bemängelte.  „In erster Linie ist sie Trainerin, ihr Geschlecht spielt dabei keine Rolle.“

Hammon selbst gibt sich auch selbstbewusst und fragte so, warum es keine Frau als HC geben solle, schließlich würden Frauen auch im Militär, am Supreme Court oder in Vorständen tätig sein. „Man kann mir nicht vorwerfen, dass ich auf dem Weg ins Traineramt irgendwas ausgelassen habe, ich bin seit 22 Jahren im Geschäft unterwegs und bereite mich schon lange darauf vor, Head Coach zu sein. Wenn die Chance kommt, wird jeder sehen, dass ich es kann.“ Aber auch die NBA scheint bereit zu sein. Zuletzt politisierte die Liga und setzte sich unter anderem gegen Polizeigewalt und das Gefälle zwischen Schwarz und Weiß ein, aber auch für Gleichberechtigung. Adam Silver gilt als Kopf dieser Bewegung, was er bereits 2014 klar machte, als er das Ziel ausgab schon bald 50% der Posten mit Frauen besetzen zu wollen.

Pau Gasol, spielte drei Jahre unter Hammon und schrieb bei Players Tribune („An Open Letter About Female Coaches“): „Ich sage nicht, sie kann es ganz gut oder sie kann es gut genug, um mitzuhalten. Und ich finde auch nicht, dass sie fast auf dem Niveau von Männern coachen kann. Ich sage: Becky Hammon kann ein NBA-Team führen. Punkt.“ Im Endeffekt möchte Hammon nur eins, erfolgreich ihr Wissen über Basketball an Spieler vermitteln und diese formen und fördern, um eines Tages womöglich auf eine ähnlich erfolgreiche Karriere wie ihr Förderer Popovich zurückblicken zu können. Ganz ähnliche Ziele haben auch Biden und Harris, sie wollen ein Land einen, dass immer noch trennt und tief gespalten ist, um dies bewerkstelligen zu können könnten sie einen ähnlichen spur gebrauchen.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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