#EndSARS

https://guardian.ng/opinion/endsars-protests-before-it-is-too-late/

Seit nunmehr zwei Wochen wird im Westafrikanischen Land Nigeria gegen exzessive Polizeigewalt protestiert. Ein Elitepolizist, der mittlerweile aufgelösten SARS-Einheit (Special Anti-Robbery Squad) tötete einen jungen Mann, seither sind es grausige Bilder, die um die Welt gehen. Wütende Bürger, deren Proteste von Sicherheitskräften niedergeschlagen werden.

Der Chef der Afrikanischen Union (AU) rief kürzlich auf, alle politisch und sozial Beteiligten die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zu respektieren. Die Unruhen ausgelöst wurden erst durch ein Video, dass einen SARS-Polizisten zeigt, der einen jungen Mann tötet. Mittels dem Hashtag #EndSARS wurde der Fall international verbreitet. Ähnlich wie bei den BLM-Protestaktionen, zeigen sich auch Menschen im Ausland solidarisch. Es ging sogar so weit, dass die nigerianische Regierung sich gezwungen sah mit einer Ausgangssperre zu reagieren – ohne Erfolg, die Demonstrationen gingen weiter. Aktuell sind, trotz der mahnenden Worte von Seiten der UN oder auch Amnesty International, deeskalierende Maßnahmen aber noch weit entfernt des denkbaren. Offiziell bestätigt sind die Todeszahlen noch nicht, doch aktuell berichten Augenzeugen von 12 Opfern, die bei den Ausschreitungen ums Leben kamen. Die Polizei aber scheint nichts aus der Situation gelernt zu haben, sondern reagiert auf die Ausschreitungen mit mehr Gewalt.

Es kam nicht unerwartet, dass sich die Wut der Bürger eines Tages gegen die Polizei richten würde, hatte die SARS-Einheit bereits seit Jahren brutalste Methoden gegen bereits festgenommene angewendet. Eben jene Einheit wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, Verbrechen in Nigeria gezielter bekämpfen zu können. Laut Amnesty hat es jedoch seit Gründung 82 Vergehen wie Folter, Misshandlung oder gar außergerichtlicher Exekution gegeben. Burna Boy, nigeranischer Sänger, engagiert sich seit längerem in seinem Heimatland und nannte die Auflösung der Einheit einen ersten richtigen Schritt, jedoch könne man es sich nicht leisten hier nun aufzuhören. Den Toten gedachte er mit den Worten  „Möge der Himmel sich öffnen und alle Märtyrer und gefallenen Helden feiern, die heute gestorben sind, und alle, die seit Beginn der Bewegung gestorben sind. Ihr seid unsere Helden, und wir werden es nicht zulassen, dass euer Tod umsonst gewesen ist.“

Weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nahmen Anteilnahme und verurteilen die Gewalt vor Ort. Bisher still ist die NBA geblieben. Jene NBA die zuletzt so gelobt wurde für ihr soziales Engagement. Die Organisation, die ihren Spielern erlaubte öffentlich gegen Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren. Weltweit brachte ihr dies einiges an Respekt ein und unterstrich das Ziel, dass die NBA mehr als nur eine Liga sein wolle. Jetzt aber versäumt es eben jene Liga (bisher), ihre Bühne zu nutzen um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Dies wäre vor einigen Jahren kein Problem gewesen, da die NBA sich erst seit Jordans Zeiten globalem Interesses erfreut und in den letzten Jahren weltweit an Popularität gewann. Auch haben viele aktive und ehemalige Spieler Wurzeln in Nigeria, was eine Verbindung zu der Thematik herstellt. Zwar wird auch die NBA dieses Problem nicht lösen können, doch kann sie viele Menschen erreichen und so auch sensibilisieren.

Ähnlich wie bei der Black Lives Matter-Bewegung, wird man auch bei #EndSARS keine leichte Lösung finden, doch ein erster Schritt wäre die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und generell eine neue Infrastruktur in solchen Einheiten wie SARS zu etablieren. Denn solche Einheiten gibt es nicht grundlos, sollte man also eine Nachfolgeeinheit präsentieren, wird diese von Beginn an medial beäugt werden und hat die Möglichkeit die Bekämpfung krimineller humaner voranzutreiben. Bis dahin kann man lediglich hoffen, dass die Ausschreitungen zu einem baldigen Ende kommen werden und man zu einem gemeinsamen Konsens kommen kann. Doch auch wenn die gewaltsamen Ausschreitungen ein baldiges Ende nehmen, so soll das Problem nicht unter den Tisch gekehrt werden, denn #EndSARS war nur ein erster richtiger Schritt.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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