Ben Simmons – Vom Heiland zum Abgeschriebenem

Ben Simmons kam 2016 mit zahlreichen Vorschusslorbeeren in die NBA, wurde mit LeBron James verglichen und über die Jahre hinweg immer kritischer gesehen. Mittlerweile kursieren gar Videos von ihm, bei denen er zur Lachnummer wurde, als er einen Fisch nicht ins Wasser zurückwerfen konnte. Über einen Spieler der alles hat und dem doch kaum jeder etwas zutraut.

By Arjun Athreya
 

Sieht man sich die reinen Zahlen an, sollte eigentlich keiner am Australier zweifeln. Nachdem er seine erste Saison verletzungsbedingt verpasste, wurde Simmons in seinen ersten drei Jahren zwei Mal ins All-Star Team berufen, Rookie of the Year und averaged über seine Karriere 16-8-8. Zudem kamen die Sixers mit ihm stets in die Playoffs und scheiterten letztes Jahr denkbar knapp an den Toronto Raptors und Kawhis Jahrhundertwurf. Warum also wird der Point Forward so schlecht geredet?

Anders als der gemeine Fan, sehe ich in Simmons weiterhin einen Top-10 Spieler der Liga und empfinde die Boshaftigkeit, die ihm entgegengebracht wird schlicht unfair. Das Spieler wie Young mittlerweile höher gesehen werden als er, obwohl diese meiner Meinung nach meistens leere Zahlen auflegen, ist irgendwo nicht verständlich. Denn anders als Young bringt Simmons alle Vorraussetzungen mit. Mit 2,08m ist er wie gemacht für die Liga, dazu seine Fähigkeiten als Defender, Rebounder, Taktgeber und seine Transitionoffense suchen in der Liga ihresgleichen. In der Debatte um Simmons wird immer wieder ein Argument gegen ihn gebracht. Durch seinen fehlenden Wurf, kann er kein Star der Liga sein. Doch ist dem wirklich so?

Spieler wie Zion Williamson, Giannis Antetokounmpo oder LeBron James erfahren einen Hype beziehungsweise eine gottesgleiche Behandlung und das obwohl auch sie bisher keinen Wurf besitzen (Zion, Giannis) oder erst später (LBJ) sich einen vernünftigen Wurf antrainieren konnten. Bei Simmons ist dieser so langsam zu erkennen, da er in den ersten Vorbereitungsspielen durchaus den ein oder anderen Dreier nahm und auch traf. Das Problem, dass Simmons hat ist sein eher umcharismatisches Auftreten, anders als Giannis oder Zion, schafft er es nicht sich in den Medien als ähnlich sympathisch zu präsentieren, wie es die eben genannten tun. Des Weiteren, war er nie der zentrale Spieler seines Teams, da er seit seinem Debüt an der Seite von Embiid spielt, der bewiesenermaßen in der Zone am besten funktioniert, sprich in dem Bereich in dem sich Simmons am wohlsten fühlt. Auch hat es das Sixers Front Office bisher nicht geschafft, dass man ein Team um die Stärken der beiden designierten Stars herum aufbaut, sondern lieber zahlreiche Starpower anhäufte, deren Stärken sich aber mit denen der beiden Jungstars überschneiden.

Mittlerweile hat dies auch Brett Brown erkannt und entschied sich nun dafür Simmons primär als Power Forward aufzustellen. Physisch gesehen ist das für ihn kein Problem, da Simmons von der eins bis zur fünf alles verteidigen kann. Offensiv kommt ihm das aber entgegen, da es nun einen potentiellen Schützen mehr auf dem Feld gibt und ihm somit Platz verschaffen kann für seine Drives. Der interessanteste offensive Aspekt dürfte jedoch das Pick-and-Roll sein, denn Simmons wird weiterhin als primärer Ballhandler eingesetzt werden. Nun aber spielt er gegen Spieler, die zwar so groß wie er sind, ihm jedoch in Sachen Geschwindigkeit unterlegen sind. So wird es entweder zum Pick and Pop kommen oder Simmons wird die Zone attackieren, sollte er dort nicht abschließen können, weil die Helpside Defense zu ihm eilt, dürfte es ihm nicht schwer fallen den freien Mann zu finden. Wie bereits erwähnt Simmons ist ein exzellenter Passer.

Wo ist Simmons nun also einzuordnen? Die neue Situation dürfte ihm durchaus gelegen kommen, da die Sixers nun ohne hohe Erwartungen (Außenerscheinung, intern sieht es anders aus) in die Playoffs gehen dürften kann das einige Last von dem Team nehmen. Auf dem Papier zumindest sind die Sixers das Team, das am ehesten Giannis und die Bucks im Osten stoppen könnte. Und hierzu nun eine Steile These. Wer wird diesen auf Seiten der Sixers verteidigen? Simmons! Sollte es also zum Aufeinandertreffen kommen und die Bucks eliminiert werden können, dürfte seine Wahrnehmung schlagartig eine andere sein. Und selbst wenn die Sixers in den Playoffs untergehen, darf man nicht vergessen dass Simmons erst in seiner dritten Saison ist. Für diese kurze Zeit ist er durchaus weit und dürfte sich noch entwickeln. Zum Abschluss nochmals eine steile These: „Ben Simmons wird nach seinem Karriereende die bessere Karriere gehabt haben als Zion Williamson.“

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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