Faszination Kobe

Folgender Artikel ist ein Auszug aus der Biographie: Der Mann. Der Mythos. Die Geschichte

Dear Basketball,

From the moment I started rolling my dad’s tube socks

And shooting imaginary Game-winning shots

In the Great Western Forum

I knew one thing was real:

I fell in love with you.

A love so deep I gave you my all — From my mind & bodyTo my spirit & soul.

As a six-year-old boy

Deeply in love with you

I never saw the end of the tunnel.

I only saw myselfRunning out of one.

And so I ran.

I ran up and down every court

After every loose ball for you.

You asked for my hustle

I gave you my heart

Because it came with so much more.

I played through the sweat and hurt

Not because challenge called me

But because YOU called me.

I did everything for YOU

Because that’s what you do

When someone makes you feel as

Alive as you’ve made me feel.

You gave a six-year-old boy his Laker dream

And I’ll always love you for it.

But I can’t love you obsessively for much longer.

This season is all I have left to give.

My heart can take the pounding

My mind can handle the grind

But my body knows it’s time to say goodbye.

And that’s OK.

I’m ready to let you go.

I want you to know now

So we both can savor every moment we have left together.

The good and the bad.

We have given each other

All that we have.

And we both know, no matter what I do next

I’ll always be that kid

With the rolled up socks

Garbage can in the corner

:05 seconds on the clockBall in my hands.

5 … 4 … 3 … 2 … 1

Love you always,

Kobe

Mit diesen Zeilen kündigte Kobe Bryant in der Saison 2015/2016 sein Karriereende an. Dieses Gedicht ist seitdem zu einem meiner absoluten Lieblinge geworden, habe es selbst schon etliche Male umformuliert und auf Personen, die mir Nahe stehen umgemünzt. Es passt einfach zu gut. Es zeigt diese unendlich Liebe, die Bryant für den Sport empfand. Ein Kurzfilm erhielt dafür sogar den Oscar und wer weiß was noch möglich gewesen wäre, wäre Bryant nicht auf tragischste Art und Weise Ende Januar ums Leben gekommen. Warum ich dieses Kapitel, mit einem solch bedrückenden Ereignis beginne? 

Es war Kobe, der mich zum Basketball brachte. Es war Kobe, der immer omnipräsent war und es war Kobe, ohne den ich mir keine Saison 2016/2017 vorstellen konnte. Kobe war es der mich im Januar trauern ließ. All das ohne, dass ich ihn jemals als Fan in seiner Prime habe spielen sehen. Ich kannte eigentlich nur den alternden Kobe, der sich mit Verletzungen rumplagte und der in einem Lakers Team spielte, dass wenig Glanz ausstrahlte. Trotzdem fesselte mich diese Basketballer mehr, als es jeder andere tat. Diese Faszination Kobe, die mich nach Olympia 2008 packte und mich mit einem Basketball, den mir meine Großmutter schenkte auf die Laterne vor unserem Haus werfen ließ. Selbstverständlich stets als Kobe. Ich kannte schließlich keinen anderen Basketballer, abgesehen von Dirk. Zu der Zeit jedoch, hatte Fußball einen größeren Stellenwert in meinem Leben. Über Basketball wurde zu wenig in unserer lokalen Zeitung geschrieben. Die Uhrzeiten waren für einen achtjährigen nicht verfolgbar und generell, erschien mir dieses Spiel komplizierter als Fußball. Doch das änderte sich mit der Zeit und als ich nach und nach mich wieder reger anfing für Basketball zu interessieren, so war es stets Kobe Bryant, dessen Highlights ich mir stundenlang reinzog. Es war Kobe der mich dazu brachte, während der Schulzeit mir irgendwelche semilegalen Streams reinzuziehen. Denn mit ihm konnte man sich irgendwie identifizieren. Er gab einem immer das Gefühl, dass jeder es schaffen könnte, egal wie talentiert, Hauptsache man befolgte die Mamba Mentality. Es war aber auch Kobe, der mich verzweifeln ließ, wenn ich ihm Abend für Abend dabei zusah, wie er Wurf nach Wurf nahm und teils grauenhafte Quoten auflegte. Es war aber auch Kobe, den ich in Videos mit einem gerissenen Kreuzband noch Freiwürfe treffen sah. Er war der Spieler, der die Rekordsaison der Golden State Warriors überstrahlte, da er den Utah Jazz in seinem finalen Spiel nochmals 60 Punkte einschenkte. 60 Punkte! 99,99% aller Spieler schaffen das nicht einmal in ihren besten Zeiten. Und er machte das 20 Jahre nachdem er in die Liga kam! Auch wenn dieses Spiel ihn wieder perfekt zeigte. Er startete furchtbar, traf kaum etwas und doch hatte er zum Ende hin dieses unglaubliche Selbstvertrauen in sich, dass er weiter werfen würde und auch treffen könnte. Mit welcher Selbstverständlichkeit er das tat, imponiert mir noch heute. Er verursachte infolgedessen verdutzte Gesichter von meinen Lehrern, wenn ich Arbeitsblätter zerknüllte, sie über das ganze Klassenzimmer hinweg in Richtung Mülleimer schleuderte und dabei ein langgezogenes „Kobeeee!“ zum Besten gab. 

Er lässt mich noch heute nach Argumenten suchen, warum er für mich persönlich der Beste ist (nach Olajuwon selbstredend). Es war Kobe, der selbst nach seinem Karriereende keine Ruhe fand, sich nicht von dem Sport loseisen konnte, sondern eine eigene Akademie gründete, sich in der Filmwelt verewigte oder sich als Geschäftsmann profilierte. Sein Tod kam viel zu früh und ich wollte ihn nicht wahrhaben, doch er ist gestorben wie man ihn kannte. Immer schneller sein, höher hinauswollen als alle anderen. Es wurde ihm, seiner Tochter und einem halben Dutzend weiteren Passagieren zum Verhängnis. Noch heute schaue ich mir regelmäßig seine letzten NBA Minuten an. Noch heute faszinieren mich seine schiere Energie, die er auf dem Court an den Tag legte. Mit einer seiner berühmtesten Aussagen, hatte er vermutlich richtig gelegen. Helden kommen und gehen, doch Legenden bleiben für immer. Das merke ich auch jetzt, bald sechs Monate nach seinem Tod. Kobe die Legende bleibt für immer in meinem Kopf und hat seinen Platz dort sicher.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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