Warum die Houston Rockets NBA Champion werden

Bevor die ersten nun direkt entsetzt das Lesen aufhören, dies ist eine neue Serie, die bis zum Restart der Saison mehrere Teams behandeln soll und auch mehrere Teams zum Titel führt. Den Beginn machen hier die Rockets, denn jeder hat schon hundert Mal gehört, warum eins der Los Angeles Teams oder Milwaukee es machen wird. Zudem war Houston über die letzten Jahre gesehen vermutlich das zweitbeste Team der Association und hat mit James Harden einen Spieler, der seit 2015 jedes Jahr im MVP Ranking weit oben auftaucht. Über das Small-Ball Experiment, habe ich hier bereits geschrieben, dort habe ich mich aber relativ pessimistisch geäußert. Über die letzten Wochen jedoch, reift in mir der Gedanke, dass Houston doch näher am Titel ist, als das die Mehrheit der Fans vielleicht denken mag. Das hat mehrere Gründe. Der Offensichtlichste ist jedoch, dass es erstmals keinen Heimvorteil geben wird. Es wird weniger Emotionen geben und auch können Fans ein Team nicht mehr so pushen, wie das sonst in den Playoffs der Fall war, ein Regular Season Charakter wird sich ab und an einschleichen und das Seeding eine untergeordnete Rolle spielen. Die individuelle Qualität in der Spitze wird entscheidender und hier sind die Rockets mit zwei MVPs in ihrer Prime hervorragend besetzt. Zudem weiß jeder, der schon mal auf Vereinsebene Basketball gespielt hat, dass Würfe im Training oftmals leichter fallen, als in wichtigen Momenten. Ohne die fehlenden Emotionen einer ausverkauften Halle, könnte der analytische Ansatz der Rockets Früchte tragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man 27 Dreier in Folge verwirft ist gering. Auf der anderen Seite lässt sich hier argumentieren, dass Spieler wie Harden nicht so schnell heißlaufen können. Das mag zwar Stimmen trotzdem ist es wahrscheinlicher, dass Harden bessere Playoffs spielen wird, als jemals zuvor. Harden und Westbrook profitieren von der aktuellen Pause vermutlich so sehr wie keine anderen Spieler (abgesehen von Verletzten). Beiden wird immer wieder vorgeworfen, dass sie in der Regular Season sich verausgaben und in den Playoffs dann enttäuschen. Bis die Saison wieder aufgenommen werden kann, wird es eine über dreimonatige Pause geben, die ohne PR-Reisen oder sonstigem auskam. Beide dürften erholt in den letzten Saisonabschnitt gehen und werden nicht überspielt wirken. Speziell Harden genießt gerne die Süße des Lebens, auch diese fiel weg und er hatte ausreichend Zeit sich in die Form seines Lebens zu bringen, die man ihm auch ansieht.

Ja keiner weiß, wie sich das System der Rockets in den Playoffs schlagen wird, doch der Pessimismus ist hier unangebracht, denn keiner weiß mit Sicherheit ob es scheitern wird. Und auch hier kommt dem System die Pause gelegen. Die Rockets sind ein sehr altes Team. Mit PJ Tucker ist der neue Defensivanker bereits 35 Jahre alt und hätte sich spätestens in der zweiten Runde so müde gespielt, dass das System kollabiert wäre. Selbst wenn man über die maximale Anzahl an Spielen geht (35), rechne ich damit, dass Tucker diese nochmals komplett durchziehen kann, zudem hat er mit Robert Covington einen exzellenten Helpside Partner. Die hohe Anzahl der Switches wird Turnover provozieren und in RW0 hat man den vielleicht besten Transition Spieler der Liga.

Als einziges Team, haben die Rockets in einer ungewohnten Lage ein neues System, dass sich zu ihrem mathematisch-analytischem offensivem Ansatz paart. Es könnte das perfekte Rezept sein. Wenn man dazu Westbrook, Harden und D’Antoni hinzufügt, die allesamt als unvollendet gelten und nun die Chance haben sich nochmal in ihren jeweiligen All-Time Listen zu pushen klingt das Ganze in meinen Ohren sehr vielversprechend. Zusätzlich starteten die Rockets bei ihrem letzten Titelrun ebenfalls von Position 6. Wäre es nicht die perfekte Cinderella-Story?

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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