Rookie Watch – Zion Williamson

217 Tage mussten sich NBA Fans und speziell die Fans der New Orleans Pelicans gedulden, ehe sie das Regular-Season-Debüt von Zion bestaunen durften. Das Warten hat sich jedoch ausgezahlt, denn was der wohl gehypteste Rookie seit Lebron James abreist, ist beeindruckend und ein Fingerzeig an die Liga, dass eine neue Zeitrechnung beginnen könnte.

Jeder Mensch hat Ängste. NBA Spieler auch. So bekommt Russell Westbrook vermutlich Schweißausbrüche, wenn er ein Triple-Double wegen einem Rebound verpasst, LeBron dass er eines Tages „washed“ sein könnte oder Kyrie Irving die Sorge hat, die Erde könnte tatsächlich rund sein.

Seit diesem Jahr gibt es eine neue Angst in den Köpfen der NBA Spieler. Die Sorge ist gerade einmal 1,98m groß, wiegt 129kg und ist trotzdem wahnsinnig schnell. Sich ihm in den Weg zu stellen, gleicht einem Auto-Crash. Dieses Phänomen namens Zion hat bereits Physiker auf den Plan gerufen, sich mit dieser Personalie aus physikalischer Sicht auseinanderzusetzen. 136kg beträgt die Maximalkraft eines Williamson Stoßes. Zu dieser außergewöhnlichen physischen Erscheinung kommt seine Athletik hinzu 1,14m beträgt seine vertikale Sprungkraft. Williamson ist ein wahr gewordener MyCareer Spieler in 2k, die es so bisher nur virtuell zu bestaunen gab.

Obwohl Williamson noch keine 40 Spiele in der NBA absolviert hat, umwandelt ein Mythos die Person Zion. Seit seinen Highschool Tagen kursieren Clips im Internet, die seine spektakulären Dunks zeigten. Dieser rote Faden zog sich durchs College weiter. Als er sich während eines Spiels verletzte, sprach jeder davon, ob College Athleten nicht bezahlt werden sollten. Auch kamen jedoch erstmals Zweifel auf, ob Zions Körper nicht doch ein Nachteil für eine fulminante NBA-Karriere sein könnte.

So verwunderte es nicht, als die Pelicans ihn im Draft an Nummer 1 zogen und sofort als Contender gehandelt wurden, sobald er wieder fit sein sollte. Zum einen liegt dies an seinen bereits genannten Fähigkeiten, zum anderen entwickelt sich der Körper des 19-jährigen noch. Ein Problem hierbei ist jedoch, dass der Rookie bereits der viertschwerste Profi der Liga ist. Lediglich die Hünen Tacko Fall, Boban Marjanovic (2,26m und 2,24m groß) und Jusuf Nurkic bringen mehr auf die Waage. Was wiederum verwundert, Williamson scheint seine Masse nicht im geringsten zu interessieren, denn er ist vermutlich jetzt schon der athletischste Profi der Liga. Dieses Paradoxon machen ihn zu einem Schweizer Taschenmesser, denn er ist sowohl auf dem Flügel, als auch in der Zone als Big flexibel einsetzbar. Er ist das personifizierte Mismatch an beiden Enden des Courts, denn schwächere Gegenspieler schubst er herum, Beziehungswiese diese können ihn nicht in der Defense aussteigen lassen, große Spieler schlägt er mit seinem Tempo, speziell seinem ersten, explosiven Schritt und kaschiert mit seiner Athletik seine Größennachteile in der Defense.

Als es dann am 21. Januar 2020 endlich so weit war und er sein Debüt feiern konnte, staunten Fans noch mehr. 22 Punkte in nicht einmal 20 Minuten, 4/4 Dreier, 17 Punkte in 3:29 Minuten. All das sind Rekorde für einen Debütanten. 8/11 Würfe fanden ihr Ziel.

Trotzdem ist bei weitem noch nicht alles perfekt. Trotz dieser Dreiershow, hat er im weiteren Saisonverlauf nur noch neun weitere Dreier genommen, wovon er lediglich nur zwei weitere treffen konnte. Vor allem seine flache Flugkurve macht hier Sorgen, denn sobald er einen vernünftigen Jumpshot entwickeln kann, könnte er seine Athletik noch deutlicher zur Geltung bringen. Auf der anderen Seite ist er ein unermüdlicher Arbeiter, vor allem am offensiven Brett 2,9 OREB holt er so pro Spiel, denn seine Fähigkeit nach einem Sprung direkt wieder ähnlich hoch zu springen verschafft ihm hierbei einen unnormalen Vorteil. Ein unnachahmliches Gefühl, wohin der Ball fällt, sowie die Einstellung, dass jeder Wurf ein potentieller Fehlwurf sein könnte ermöglichen ihm dies, was zu einer 60%-Trefferquote führt.

Auch braucht er anders als etwas James Harden nur durchschnittlich zwei Ballberührungen um einen Punkt zu erzielen (0,501 Points per Touches), Ligahöchstwert.

Trotzdem sind sich Experten einig, dass Zion zwangsläufig sich einer Diät unterziehen müsse, um das persönliche Verletzungsrisiko minimieren zu können. Wie sich das auf sein Spiel auswirken könnte, kann man derzeit noch nicht beantworten.

Trotzdem sprechen 24 Punkte pro Spiel eine deutliche Sprache. Vor allem sein 13-Spiele anhaltender Scoring-Streak, in dem er stets 21 Punkte oder mehr auflegte, welches der längste eines Teenagers seit Carmelo Anthony 2003 (10 Spiele) war. Speziell das Duell mit LeBron James verzückte die NBA Fans, es war ein Moment den man 1996 bereits sah, als Kobe auf MJ traf. 35 Punkte legte er im direkten Duell auf. LeBron konterte mit einem Triple-Double. Spätestens nach diesem Duell, sollte allen klar sein, dass eine neue Zeitrechnung bald beginnen könnte, mit einem neuen „King“. Die Ära des Zion, der menschgewordenen Dampfwalze, die schon jetzt erfahrene Profis in Angst treiben kann. Ängste, die begründeter sind, als die Form der Erde oder ein verpasster Rebound.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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