Rookie Watch – Terence Davis Jr.

Der NBA Draft 2019 war ein mit großer Begeisterung erwarteter Draft. Zum einen, weil es in Zion Williamson das vermutlich gehypteste Prospect seit einem gewissem LeBron James 2003 gab. Zum anderen, gab es zahllos interessante Spieler. Angefangen mit Ja Morant, der in kürzester Zeit die Memphis Grizzlies wieder zu einem relevanten NBA Team machte. In RJ Barrett, Coby White, Tyler Herro und Matisse Thybulle machten weitere Spieler diese Saison auf sich aufmerksam. Dieser Jahrgang wird zwar vermutlich nie als einer der besten in die Geschichte eingehen, doch es gibt zumindest drei Spieler die zukünftig im All-Star Game auflaufen könnten. Von allen 30 Teams wurde jedoch einer komplett außer Acht gelassen. Terence Davis Jr. Zu alt war er für viele und obwohl er drei starke College Jahre bei Ole Miss hatte, reichte es nicht einmal für die 2. Runde. Mal wieder zeigte sich , dass rohes Talent den Teams oftmals mehr wert ist, als ein Spieler der ihnen solide Minuten von der Bank liefern könnte. Wie fahrlässig diese Strategie ist zeigt sich an all den Teams, die seit Jahren in der Lottery picken und doch nie wirklich Fortschritte verzeichnen. Knicks, Bulls, Suns ihr seit gemeint. Die Wahrscheinlichkeit den einen kommenden Star zu verpflichten ist schwindend gering.

Der Sommer wurde dann überschattet, von all den zahlreichen Megatrades und Free-Agency Entscheidungen rund um Kevin Durant, Anthony Davis, Paul George, Russell Westbrook und einem gewissen Kawhi Leonard. Letzterer hatte soeben die Toronto Raptors zu ihrer ersten Championship geführt und ganz Kanada war noch im Ekstasezustand, als er bekannt gab, dass er bei den Los Angeles Clippers unterzeichnen würde, um dort den nächsten Titel gewinnen zu können. Experten zweifelten, wie es nun mit den Raptors weitergehen sollte. Zu alt seien die Stars wie Kyle Lowry, Serge Ibaka oder Marc Gasol. Spieler wie Fred van Fleet zu streaky und Pascal Siakam wäre in den Playoffs zu häufig abgetaucht. Während der Kader also analysiert wurde und man sich festlegte, dass die Raptors zu einem Seller Team werden könnten, sollte der Saisonstart verpatzt werden, einigten diese sich am 11. Juli 2019 auf einen zwei Jahres Vertrag mit Terence Davis Jr. Nur das erste sollte garantiert sein, denn im Mega Sommer 2021 möchte man sich alle Optionen offen halten. Davis wurde gar als so unwichtig angesehen, dass nicht einmal General Manager Masai Ujiri zugegen war, dieser befand sich zu dem Zeitpunkt in San Diego, um Kawhi von einem Verbleib bei den Raptors zu überzeugen.

Dem 1,93m großen Shooting Guard traute keiner so wirklich zu, dass er in der NBA Fuß würde. Nur einer. Nick Nurse der Head Coach der Raptors. Er gilt aktuell als vermutlich bester Coach der Association, probiert In-game viel aus und wird oftmals belohnt. Mit einer extrem starken Defense und einem hervorragendem Teamkonstrukt pflügten die Raptors erneut durch die Liga und sind auch heute noch ein ernstzunehmender Kandidat auf die Conference Finals. Nurse war von Davis seinen Qualitäten als 3-and-D Spieler überzeugt und schenkte ihm sein Vertrauen. Und Davis sollte es zurückzahlen. Am 22. Oktober 2019 feierte er beim 130-122 OT-Sieg der Raptors von der Bank kommend sein Debüt. Im Laufe der Saison entwickelte er sich zu einem wertvollen Teil der Rotation. Beim fulminanten Spiel gegen Dallas am 23.12.2019, als die Raptors einen 30 Punkte Rückstand aufholten, war er essentieller Bestandteil der Aufholjagd und durfte die komplette Crunchtime über auf dem Parkett stehen. Am 8. Januar diesen Jahres startete er erstmals und führte die Raptors mit 23 Punkten 11 Rebounds und 5 Assists zum knappen 112-110 Erfolg über die Charlotte Hornets. Am 2. Februar legte er sein bisheriges Career High von 31 Punkten auf. Von einer solchen Punktausbeute können die meisten anderen Rookies des 2019er Jahrgangs nur träumen. Und laut Draft wurden immerhin 60 Spieler stärker eingeschätzt als Davis.

Bis zur Unterbrechung der Saison machte er alle 64 Spiele und stand durchschnittlich 17 Minuten auf dem Parkett. In diesen legte er 7,7PPG, 3,4RPG und 1,7 APG auf bei starken Quoten von 55,0% FG, 39,7% 3P und 86,5% von der Charity Stripe. Obwohl er mit 22 Jahren schon als relativ alt für einen Rookie gilt, gibt es auch bei ihm noch Potential nach oben. Eine 90-50-40 Saison dürfte durchaus möglich sein. Auch stiegen seine Minuten zuletzt immer weiter und seine Leistungen litten keineswegs darunter. Mittlerweile gilt er als legitimer Kandidat auf das All-NBA-Rookie-2nd-Team.

Auch zeigt seine Entwicklung einmal mehr, dass die Raptors als Organisation hervorragende Arbeit leisten, eine Homogenität wie kaum eine andere Franchise haben und es gar schaffen gleichzeitig junge Spieler zu entwickeln und trotzdem relevanten Basketball zu spielen.

Dadurch, dass man mit ordentlich Cap Space 2021 gesegnet sein wird, ist es nicht auszuschließen, dass sich der eine oder andere Star nächstes Jahr für den hohen Norden entscheiden könnte. Nicht zuletzt dank Terence Davis Jr., der beweist dass man es in der Association schaffen kann, ohne dass man mit dem größten Potential gesegnet ist. Hard work pays off. In diesem Sinne schönes Wochenende.

Am Sonntag kommt ein großes Special zu einer Franchise die von den Raptors noch so einiges lernen kann.

Bis dahin Stay Tuned.

Veröffentlicht von Leon Göhl

Ich bin Student an der HS Pforzheim und betreibe nebenbei einen Basketball Blog, wie Podcast.

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